
Emiratischer und israelischer Einreisestempel
Diplomatische Beziehungen gibt es zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel auch weiterhin nicht. Buerger der beiden Staaten koennen deshalb im jeweils anderen Land auch normalerweise nicht einreisen. Dubai Speed berichtet von einer seltsamen Reise zwischen Amman und Dubai mit Israelis, die zwar in Dubai zwischenlanden, aber nicht “an Land” gehen duerfen. Dubai, ein Traenenpalast der mitteloestlichen Art.
Selbst Auslaender, die keinem der beiden Staaten angehoeren, aber einen Einreisestempel eines der Laender im Pass haben, koennen mit diesem Pass nicht einreisen. In der Regel. Vielleicht ist es aber ein Anzeichen von neuer Grosszuegigkeit, was einem franzoeischen Dubai-Besucher kuerzlich widerfuhr, als er mit flauem Gefuehl im Bauch auf dem Dubai International Airport einem Grenzbeamten seinen Reisepass aushaendigte, in der Hoffnung, im Wuestenemirat ein paar Tage Ferien verbingen zu koennen.
Das flaue Gefuehl ging auf einen Stempel zurueck, den wenige Monate zuvor israelische Passkontrolleure im Pass hinterlassen hatten. Das war dem einreisewilligen Franzosen erst wieder eingefallen, als er schon auf dem Weg aus seinem Flugzeug zur Grenzkontrolle in Dubai war. Tatsaechlich blaetterte der junge Mann im bluetenweissen Dischdasch den franzoesischen Pass ausfuehrlich und mit augenscheinlichem Interesse durch. Als er zum wiederholten Male die Seite mit dem israelischen Stempel erwischt hatte, legte er seine Linke darauf, waehrend er mit der Rechten den Stempel der Vereinigten Arabischen Emirate direkt neben den Insignien Ben Gurions aufs Papier drueckte. “Welcome to Dubai”, liess sich der junge Mann dann vernehmen und gewaehrte dem verdutzten Franzosen freien Eintritt in die Welt der Emiraties.
Ich weiß leider nicht, woher diese “urban legend” stammt, aber bereits 2009 war eine Einreise als Deutscher mit israelischem Visa-Stempel im Pass kein Problem – zumindest für mich… wobei die Erfahrungen von Kollegen und Freunden mich in meiner Einschätzung bestärken.
Die erzaehlte Geschichte war sicher nicht erst- und einzigartig. Trotzdem kenne ich genuegend Gegenbeispiele (und habe selbst ein solches erlebt: in 2009). Die Gepflogenheiten haengen weiterhin von der allgemeinen diplomatischen Lage ab. Waehrend und nach dem Gaza-Konflikt war – nach meinem Eindruck – die Einreise in beide Richtungen sehr schwierig.