Dubai

Globale Stadt oder Paradies des Boesen?

Die superlativischen Anstrengungen Scheich Mohammeds bin Rashid Al Maktoum, die Welt darauf aufmerksam zu machen, dass er mit seinem Emirat die “Nummer Eins” (Interview in 60 Minutes, CBS) werden will, korrespondieren mit den frenetischen Formulierungen (positiven wie negativen), die westliche Beobachter und Besucher fuer Dubai gesucht und gefunden haben. Diese Stadt, noch lange und vielleicht auch in Zukunft  niemals fertig gebaut, ist ein Ort der Extreme. Wer hierher kommt, erfaehrt ein neues Gefuehl fuer Raum und Zeit, Temperatur und Kultur. Und wer sich diesem Gefuehl, gern oder ungern, eine Weile aussetzt, den laesst es nicht mehr los. Die Welt sieht anders aus von Dubai als von Europa, fuer manche aergerlich, fuer andere faszinierend anders.

Himmelhoch und abgerissen

Himmelhoch und abgerissen

Dubai Speed erzaehlt die Geschichte eines deutschen Kulturmanagers, der am 1. Januar 2008 in diese Stadt zog, um am Kulturaufbau mitzuwirken. Es ist die Geschichte einer nachhaltigen Verwirrung von bis dahin scheinbar gesichterten Wertmassstaeben, der Bericht eines unerwarteten Abenteuers mit offenem Ausgang.

Der Autor hat sich tatsaechlich seit Anfang 2007 in Dubai aufgehalten, um im Auftrag der dortigen Regierung beim Aufbau eines Opernhauses und einer staatlichen Kulturbehoerde mitzuhelfen. Die Ergebnisse seines Aufenthaltes sind anders ausgefallen als erwartet. Die Erfahrung einer stets unkalkulierbaren beruflichen und sozialen Wirklichkeit ist die einzige Gewissheit geblieben in einer Stadt, die vor vierzig Jahren nur 60 000 Einwohner hatte und heute etwa so gross ist wie Muenchen, deren Menschen zu mehr als neunzig Prozent aus aller Welt kommen, die sich aber dennoch um eine arabisch-islamische Identitaet bemueht.

Auch wenn die Figuren und Geschichten oft erfunden sind, der Autor hat sich in Dubai Speed von dieser Erfahrung leiten lassen. Zugleich gruendet das Buch auf der wahren Geschichte von Dubais Aufstieg und Wende ins Ungewisse.

Und er hat sich die Ueberzeugung bewahrt, dass Dubai und die Golfregion – aller gegenwaertigen Widersprueche und Schwaechen zum Trotz – daran arbeiten, eine politische und soziale Alternative zu ihren oft in Unfrieden, sozialer Ungerechtigkeit und religioesem Fanatismus verhafteten Nachbarn aufzubauen. Das wird ihnen nur im Dialog mit Menschen aus aller Welt gelingen.

Dieser Dialog hat vielleicht gerade erst angefangen. www.dubai-speed .de kann ein Ort dafuer sein.







8 Antworten zu “Dubai”

  1. Olaf Fey sagt:

    Hallo Herr Schindhelm,
    mit Vorfreude habe ich die Ankuendigung Ihres Buches “Dubai Speed” gelesen. Das Interview mit der Basler Zeitung ist sehr gut gelungen. Ich freue mich, das Buch bald in Haenden zu halten. In Vorfreude auf einen geruhsamen Nachmittag am Jumeirah Beach … mit Ihrem Buch….

    Olaf Fey

  2. Michael Schindhelm sagt:

    Hallo Herr Fey, jetz gibt es auch ein Interview bei Spiegel Online. Das Buch wird in den kommenden zehn Tagen erscheinen. Viel Spass beim Lesen!
    Ihr MS

  3. Dr.Klaus Heine sagt:

    Hallo Herr Schindhelm,besonders zum Beitrag von Herrn Frey möchte ich noch schnell anmerken, daß auch ich mir Ihr Buch
    kaufen werde, weil ich in der Art, in der Sie berichten, Ihre Zeit in Dubai im Zusammenhang mit meinen eigenen Erfahrungen,
    eine sehr schöne Möglichkeit sehe, 2007 noch einmal ablaufen
    zu lassen und mit den Erlebnissen anderer Menschen zu ver-
    mischen.Vielen Dank dafür.Mit frdl.Gruß, K.Heine

  4. Michael Schindhelm sagt:

    Hallo Herr Heine, kann mir vorstellen, dass Dubai Speed Erinnerungen wacht ruft. Habe selbst eine Weile in Dubai Health Care City mein Buero gehabt. Eigentlich sollte auch dieses Projekt einmal neben der Dienstleistung Gesundheitswesen der Forschung dienen. Weitgehend ist diese Idee – wie viele andere – dem kommerziellen Druck zum Opfer gefallen. Und wie Sie beschreiben, entspricht es auch meiner Erfahrung, dass oftmals westliche Beratung die naiven Ambitionen der Emiraties unterstuetzt hat, ohne sich ueber das Wahnsinnstempo und den unsinnigen Verschleiss Gedanken zu machen. Man kann gespannt sein, ob Dubai (und der Golf insgesamt) in Zukunft weiterhin Rat sucht und bei wem.
    Ihr Michael Schindhelm

  5. R.Wirth sagt:

    Hallo Herr Operdirektor,
    Was ich zwischen “Israel in Egypt” und “Hänsel und Gretel” über das Übermorgenland des 21. Jahrhunderd las, ist ein perfekt Kafka’sches surrealistisches Wüstenmärchen in dem die emiratischen Sterne stets an Strahlkraft verlieren. Ihr Zeitrafferstil strafft ihre 2 jährige Kultur-Tragödie. Am 4.Mai für sie klar war, dass die Emiraties mit Kultur keine Geld verdienen können und somit das Projekt stirbt. War es im Jahr 2007? Schade, dass Sie “Israel in Ägypten” in Dubai nicht aufführen konnten. Mit herzl. Grüssen aus Basel.

  6. Hallo Michael Schindhelm,hallo Mitlesende,

    diese gesamte dubai-Speed Geschichte ist mir erst bekannt geworden, nachdem ich mir Ihren, seinen Vortrag anlässlich einer leicht elitär getunten Vortragsveranstaltung angehört und dazu im euer_land brandjobber Special einen kleinen Bericht geschrieben hatte.

    http://www.carabito.com/fileadmin/download/BJ_4_euer_land.pdf
    … die kritische Sicht auf die Dubai-Erfahrungen war mir beim Vortrag nicht wirklich deutlich geworden und hätte möglicherweise auch nicht zum thematischen Rahmen gepasst. Mir wurde gewissermaßen die Gnade der schlecht Informierten zuteil. Wer will, kann ja einfach mal das Resümee dieser Wahrnehmung kurz nachlesen. Ich freue mich auch über Response unter hello@brandjobber.com Grüße

  7. Michael Schindhelm sagt:

    Hallo Herr Hoelkeskamp,
    danke fuer Ihre Beobachtung. Das eine sind persoenliche Erfahrungen, das andere der Kontext, in dem sie gemacht werden. Dubai Speed ist ein Erlebnisbericht, waehrend Vortraege, die ich ueber Dubai gegeben habe, in eine Welt einfuehren sollen, die sich so grundsaetzlich von unserer eigenen unterscheidet, dass Objektivierung geboten ist. Ich bleibe Dubai gegenueber kritisch und habe doch auch eine gewisse Sympathie fuer seine Utopie. Vorbei ist die Erfahrung Dubai Speed jedenfalls nicht, auch wenn mein Lebensabschnitt dort zuende ist.

  8. Nick sagt:

    http://www.carabito.com/fileadmin/download/BJ_4_euer_land.pdf
    … die kritische Sicht auf die Dubai-Erfahrungen war mir beim Vortrag nicht wirklich deutlich geworden und hätte möglicherweise auch nicht zum thematischen Rahmen gepasst. Mir wurde gewissermaßen die Gnade der schlecht Informierten zuteil. Wer will, kann ja einfach mal das Resümee dieser Wahrnehmung kurz nachlesen. Ich freue mich auch über Response unter hello@brandjobber.com Grüße

    +1

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Leseprobe
6. November 2009
Von Michael Schindhelm
Lesen Sie hier einen Auszug aus »Dubai-Speed«.

 


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